Der australische Tänzer und Choreograph Gideon Obarzanek stellte am vergangenen Samstag auf der fünften See Conference in Wiesbaden unter anderem seine Arbeit Mortal Engine (Video siehe unten) mit der Tanzgruppe Chunky Move vor. Dabei werden die Bewegungen der Tänzer auf einer schiefen Ebene von einer Infrarot Kamera aufgenommen. Eine Software errechnet in Echtzeit Projektionen, die auf die Bühne zurückgeworfen werden und mit den Tänzern interagieren, ohne diese direkt zu beeinflussen. Obarzanek sagte, diese Kombination von Tanz und Technik gebe ihm die Möglichkeit, einer inneren, visionären Welt Ausdruck zu verleihen. Diese Aussage wird greifbar, betrachtet man die Performance.
Interessant ist für mich der Aspekt, dass die Tänzer, auch wenn sie natürlich von den Projektionen wissen, aufgrund der Perspektive davon offensichtlich nichts, beziehungsweise nur sehr wenig mitbekommen. Damit wirken die computergenerierten Animationen als Ergänzung des Tanzes, die der Tänzer steuert, ohne dass er dies wahrnimmt. Er kann sich völlig auf seine Kunst konzentrieren und verschmilzt quasi mit der virtuellen Welt.
Die Musik stammt übrigens von Ben Frost.
Gideon Obarzanek über seine Arbeit:
Und hier der Talk auf der See:


Gideon Obarzanek – Expression Of An Inner Vision | NIDAG Blog // Apr 28, 2010 at 07:41
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