
Hat es jemand mitbekommen? Während die neuen iMac Modelle im Rampenlicht stehen, hat Apple heute – ganz nebenbei und eher im Stillen – eines der ältesten und bewährtesten Eingabegeräte des digitalen Zeitalters entscheidend reformiert. Bisher wurde lediglich an Stromzufuhr und Datenübertragung (vom Kabel zu Bluetooth), Abtastung (Rad, Kugel und schließlich Laser) oder Größe und Gewicht der Computermaus gearbeitet. Jetzt erhält das Device, das seit Jahrzehnten um kaum ein wesentlicheres Interaktionsmerkmal ergänzt wurde, als um die ein oder andere Taste oder ein Scrollrad, mit der “Magic Mouse” eine Multi-Touch Oberfläche – eigentlich eine kleine Revolution.
Mit ihr sind Multi-Touch Gesten zur Bedienung des Rechners möglich, Scrollrad und jegliche Tasten werden obsolet. Die Oberfläche erlaubt Klicken, Scrollen, Vor- und Zurückschalten sowie in Verbindung mit der CTRL-Taste auch das Zoomen. Apple nutzt dafür zu einem großen Teil die gleichen Gesten, wie sie auch schon von den Multi-Touchpads der MacBook Pros bekannt sind. Wer dies nicht möchte, kann alle Multi-Touch Fähigkeiten abschalten und die Maus in ihrer klassischen Funktion nutzen.
Bereits vor einigen Wochen zeigte Microsoft lediglich Prototypen diverser Multi-Touch-Mäuse. Mit dem heutigen Verkaufsstart der Magic Mouse, die zudem jedem neuen iMac beiliegt, hat Apple jedoch die Nase vorn. Der Hersteller aus Cupertino erfindet durch die Verbindung von Maus und Touchpad genau genommen ein neues Eingabegerät, denn sollte sich die Multi-Touch Maus durchsetzen, ist zu erwarten, dass sich mit ihr auch neue Interaktionsmuster entwickeln. Dies gab es bei der Maus zuletzt durch die Einführung des Scrollrades 1995. Danach musste der Scrollbalken nicht mehr mühsam mit dem Mauszeiger bedient werden, ein Dreh am Rad genügte.
Doch die Magic Mouse erfüllt noch eine weitere Funktion. Nebenbei überbrückt Appel mit ihr geschickt die Zeit, bis Hard- und Software alternativer Interfaces für Desktoprechner, wie das 10/GUI, massentauglich und erschwinglich werden. Handelte es sich nicht um ein Laptop mit Touchpad, musste bisher auf Multi-Touch Gesten verzichtet werden. Erst kürzlich stellte Wacom allerdings mit dem bereits erhältlichen Bamboo Pen & Touch und dem Bamboo Touch Grafiktabletts vor, die Multi-Touch Gesten der Finger erkennen.
In der Kombination von Stift und Multi-Touchpad könnte indes die Zukunft liegen. Verbinden sie doch die beiden Welten der professionell-produktiven und der rein steuernden Interaktion. So wäre die gesamte Bedienung des Betriebssystemes und gängige Tätigkeiten, wie das Surfen, sehr intuitiv und ohne zu Hilfenahme eines Gerätes möglich, das man festhalten oder in die Hand nehmen muss. Arbeiten, die Präzision und Feingefühl erfordern, wie etwa die grafische Bearbeitung von Bildern, würden mit dem Stift durchgeführt.
Übrigens, im vergangenen Jahr feierte die Maus ihren 40. Geburtstag…

Noch keine Meinungen zu diesem Artikel bisher »
Ich freue mich über Ihre Meinung. ;)