19
Jun 13

Neue Muskel- und Wlan-Interfaces

Dieser Tage tut sich wieder so einiges im Interface Bereich. Zwei Lösungen, MYO und WISEE, möchte ich heute kurz vorstellen.

MYO von Thalmic Labs ist ein Armband, dass die Kontraktionen der Armmuskulatur bei der Ausführung von Gesten abgreift und in Steuersignale wandelt. Die Idee ist nicht neu, schon 2009 habe ich an dieser Stelle über eine Studie der Microsoft Forschungsabteilung berichtet, die sich einer Technik namens Elektromyographie (kurz EMG) bedient. Fast drei Jahre war es demnach still um das Konzept, jetzt scheint es Thalmic Labs wiederbelebt zu haben.

Interessant daran ist, dass es eine sinnvolle mobile Ergänzung zum eher stationären LEAP Konzept sein könnte, das ja ebenfalls in den Startlöchern steht.

MYO kann ab sofort zum Preis von USD 149,- in schwarz oder weiß vorbestellt werden und soll Anfang 2014 ausgeliefert werden.

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Einen gänzlich anderen und etwas überraschenden Weg geht das WiSee Konzept, das derzeit von Studenten am Institut für Computer Science der Hochschule von Washington entwickelt wird. Es nutzt die durch Gesten im Raum verursachten Veränderungen des Funkfeldes eines WLans für die Eingabe einer Interaktion.

Erstaunlicher Weise scheint es den Studenten gelungen zu sein, bis zu neun Gesten mit einer Fehlergenauigkeit von 94% zu erkennen und einer Person zuzuordnen. Damit ist außer einem Wifi, dessen Technik billig und weit verbreitet ist, und der entsprechenden Software keinerlei weitere Hardware nötig. Aktuell erscheint das System noch etwas träge, doch das Potential, dass sich hier gerade in der Kombination von einfachen Gesten und günstigen Anwendungsfällen, etwa im öffentlichen Raum, zeigt, ist enorm. Die Serienreife liegt aber wohl trotzdem noch in einiger Ferne.

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23
Apr 13

txtr beagle eReader ist da – und ich hab was zu meckern

Ich habe lange auf den txtr beagle eReader gewartet, weil ich das Konzept von Anfang an sehr spannend fand. Einfach und reduziert auf das Wesentliche: Lesen, sonst nix, zu einem günstigen Preis. Seit heute nun ist er für 59,- € zu bestellen.

Nun haben die Entwickler doch so ihre Zeit gebraucht und ich denke, ohne tiefer im Thema eReader drin zu stecken, sie wurden mittlerweile von Kindle und Co einfach überholt.

Darum soll’s aber hier nicht gehen. Mir ist vielmehr etwas aufgefallen, das ich zumindest als “nicht ganz durchdacht” bezeichnen möchte. Das Batteriefach des txtr beagle liegt auf der Rückseite am unteren Rand und wölbt sich deutlich nach außen. Dies mag für den Haupt-Usecase, das Lesen aus der freien Hand, ergonomisch sinnvoll sein. Die Hand findet sicher einen besseren Halt.

Ich fahre häufig Bahn und lege mein Lese-Device des öfteren einfach vor mir auf den Tisch, weil es mir zu anstrengend ist, es dauerhaft in der Hand zu halten. Das führt beim txtr beagle zu dem Problem, dass das Display nun vom Betrachter abgewandt ist. Ich hab das unten mal aufgezeichnet.

Die Lösung ist freilich einfach: per Software ließe sich die Anzeige auf den Kopf stellen und man dreht das Gerät einfach um, wenn man vom txtr in liegendem Zustand ablesen möchte.


15
Mrz 13

Philips wagt eine neue TV Experience

Aus meiner Sicht hat sich auf dem Consumer-TV Markt in Sachen User Experience in den vergangenen Jahren nicht wirklich etwas getan. Der letzte Quantensprung vom Röhrenfernseher hin zum Flachbildschirm ist praktisch schon verjährt.

Um so schöner zu sehen, dass Philips immer wieder mit kleinen, aber feinen Ideen aufwartet, die man irgendwie immer gut finden muss. Weil sie nicht beim Produkt sondern beim Nutzer ansetzen (siehe Wake-up Light oder Ambilight).

Wenn auch bei der 2013 Philips DesignLine TV (noch) nicht an der eigentlichen Schnittstellenoberfläche gearbeitet wurde, so doch in der “Schnittstellen Experience”, wenn man sie so nennen mag. Also an dem, wie ich mein Device an sich wahrnehme, wie ich damit umgehe, damit lebe. Kurz: am Produktdesign.

Herausgekommen ist ein betörendes Stück Interieur, das dank aktueller Flatscreentechnik zu schön ist, um es nur zum Fernsehen zu nutzen. Viel mehr möchte man es gar nicht mehr ausschalten. Nur die obligatorischen Kabel stören noch ein bisschen.

Die Erkenntnis, dass in Sachen Produktdesign nicht nur Apple kreativ und innovativ voran gehen kann, ist ja auch mal wieder ganz erfrischend. Toll!

Erhältlich ab Q2 in den Größen 46 und 55 Zoll. Preise sind noch nicht bekannt.

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21
Feb 13

PaperTab will das Papier revolutionieren

PaperTab nutzt das konzeptionelle Model des Papiers, um zu interagieren. Dabei ist jede App ein eigenes, biegsames Tablet. Durch Verbiegen sowie Berührungen der Tablets untereinander findet die Interaktion statt. So sieht das Konzept z.B. ein PaperTab für Fotos und eines für E-Mail vor. Um ein Foto einer E-Mail hinzuzufügen, wird das Tablet der E-Mail mit dem des Fotos berührt. Um die Mail zu versenden, legt man das E-Mail Tablet auf das Postausgangstablet.

An sich spannendes Konzept, da es alt bekannte Haptiken und Verhaltensweisen des Papiers mit denen des digitalen Zeitalters verbindet.

Für mich steht und fällt das Konzept jedoch damit, dass es bedeuten würde, für jede Interaktion ein eigenes Tablet vorliegen zu haben. Dies würde zu etwas führen, das etwas zurückkehrt, was seit dem papierlosen Büro zum Glück der Vergangenheit angehört: Stapel von PaperTabs. Zudem haben ePaper immer noch den aus meiner Sicht großen Nachteil, dass sie in der Eingabe sehr langsam reagieren und dabei stark flackern.

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01
Aug 12

In-Eye-Display Utopie SIGHT

Mit dem Kurzfilm SIGHT zeigt eine Gruppe israelischer Studenten, wie wir in Zukunft über Interfaceimplantate Echtzeitinformationen erhalten. Das Ganze ist eingebunden in einen kleinen, sarkastischen Kommentar zum Thema Social Media und Informationsgesellschaft. Der gläserne Mensch ist Realität geworden und setzt sein Wissen und seine Fähigkeiten skrupellos zum eigenen Vorteil ein.

Die Darstellung des immersiven In-Eye-Interfaces wirkt tatsächlich sehr glaubhaft, auch wenn man kritisch anmerken könnte, dass es vermutlich nur mit einer Neuroprothese und sehr viel Übung möglich wäre, Informationen in dieser Geschwindigkeit aufzunehmen, zu verarbeiten und dann auch noch entsprechend einzusetzen – wenn überhaupt.


27
Jun 12

Google now kommt

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Das Ganze soll mit Android 4.1  aka Jelly Bean kommen.


24
Mai 12

Kollaboratives Arbeiten im 3D-Raum mit T(ether)


22
Mai 12

LEAP könnte die Gestensteuerung etablieren

Wo Microsoft mit der Kinect im Konsolenbereich bereits Maßstäbe gesetzt hat, da legt LEAP im Desktopbereich eine Schippe drauf. Mit dem kleinen USB-Device soll, glaubt man dem Video, sehr akkurate Gestenerkennung bis hin zur Handschrifterkennung möglich sein. Im Video wird ein komplett dreidimensionales Tracking gezeigt. Dabei ist es unerheblich, ob die Geste mit dem Finger oder etwa einem Bleistift ausgeführt wird.

Das Ganze steht und fällt zwar mit der zur Verfügung stehenden Software. Vermutlich deshalb aber bietet die LEAP Website bereits heute ein Developer Kit. Erste Hinweise auf einen möglicherweise kommenden LEAP-App-Store gibt es außerdem.

LEAP soll im Dezember ’12 oder Januar ’13 auf den Markt kommen und kann bereits heute zum Massenmarkt tauglichen Preis von USD 69,- zzgl. Shipping vorbestellt werden.

Interessant ist hieran natürlich zunächst, dass ein handliches Gerät zu diesem Preis den Sprung in den Massenmarkt locker schaffen dürfte. Zudem fallen dem Betrachter des Videos bereits hunderte Anwendungsmöglichkeiten ein und das Ganze wirkt so leicht, dass man es am liebsten sofort ausprobieren möchte. Wenn es dann auch noch ordentlich funktioniert, sind die wichtigsten Hürden für einen Paradigmenwechsel im Interface genommen.

Noch spannender ist aber möglicherweise der Schritt danach. Ist die Technologie erst eingeführt und etabliert, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Technik auch in ein Handy passt. Und wenn ich mir vorstelle, dass ich mein iPhone auf den Tisch lege, der integrierte LED-Projektor meinen Screen an die Wand wirft und ich diese Gestensteuerung über meinem Handy ausführe, dann … aber eins nach dem anderen.

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08
Feb 12

Prototyp: Neue Gesten für E-Books und Tablets

Ich bin ja immer skeptisch, wenn es darum geht, E-Books auf dem Display in der Bedienung so aussehen und “sich so anfühlen” zu lassen, wie ein Buch in der Realität. Man kennt das von sogenannten PDF-Readern. Kunden lieben die Dinger, das Prinzip ist simpel: Man nimmt ein normales PDF und lässt es auf dem Bildschirm so aussehen, als würden dessen Seiten umgeblättert. Das Ganze lässt sich dann meist per Pfeilklick und per Drag-and-drop navigieren. Das war’s – macht mit der Maus auch so gar keinen Spaß und ist völlig sinnfrei. Zudem sind die Inhalte ohnehin dann nur schwer lesbar, weil zu klein, das ewige Blättern nervt. Kurz, Pagepeel- und Blättereffekte machen auf einem normalen Display mit Mousebedienung einfach keinen Sinn. Für diese Ausgabegeräte gibt es bereits sinnvolle Lese- und Navigationsgewohnheiten.

Durchaus interessant können gewohnte Gesten und Haptiken aber auf einem Gerät sein, das man aufgrund seiner Größe, seines Formfaktors und seines Interfaces annähernd wie ein Buch handhaben kann. Die Rede ist von Tablets. Das südkoreanische KAIST Institute of Information Technology Convergence hat jetzt einen Software-Prototypen vorgestellt, der die gängigen Gesten beim Handling eines Buches auf das Touchdisplay eines Tablets überträgt. Man erkennt schon im Video, dass das einfach und intuitiv funktioniert. Da wünsch ich mir doch, dass das bald mal jemand einsetzt. Schaut’s euch an.

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08
Feb 12

Einfach schön.

Virtuelle Gummibänder, mit denen der Betrachter interagieren kann.